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Zitat bzw. Auszug aus der Broschüre:
Alkohol
Basisinformationen
der
DHS info
"6.2.9
Alkohol und Schwangerschaft sowie Alkoholembryopathie
Alkohol in der Schwangerschaft ist die häufigste und bedeutsamste teratogene
Noxe und eine der häufigsten nichtgenetischen Ursachen einer geistigen
Retardierung bei Kindern. Um das Mehrfache häufiger als das typische
Fehlbildungsmuster der Alkoholembryopathie als häufigste Form der geistigen
Behinderung mit einer Prävalenz von 1:300 Neugeborenen, sind die
Schwachformen einer alkoholtoxischen Encephalopathie und komplexe
Hirnfunktionsstörungen, die so genannten embryofetalen Alkoholeffekte. Bei
ca. 800000 Geburten pro Jahr in Deutschland bei einer Prävalenz von 1-2%
alkoholkranker Frauen werden mindestens 8 000 Kinder von alkoholkranken
Frauen geboren.
Davon zeigen ca. 2 200 Neugeborene das Vollbild einer Alkoholembryopathie.
Alkohol und sein Abbauprodukt, das Azetaldehyd, wirken bei Embryo und Fötus
direkt zytotoxisch, wachstumshemmend, teratogen, neurotoxisch und
suchtfördernd. Für die Schwangerschaft ist bedeutsam, dass die meisten
Mütter eine Aversion gegen Alkohol nicht entwickeln und unbedacht am Beginn
der Schwangerschaft weiter trinken, wenn die Gefahr für das Kind in der
Organogenese am größten ist. Bei einem täglichen Konsum von 29 g Alkohol in
der Schwangerschaft wurde in großen Feldstudien eine Minderung des IQ
(Intelligenzquotient) beim Kind um durchschnittlich sieben IQ-Punkte
ermittelt.
Es liegen verlässliche Daten vor, die zeigen, dass es Mütter gibt, die
relativ wenig (50-100 g) Alkohol täglich getrunken hatten und dennoch schwer
betroffene Kinder gebaren; umgekehrt gibt es Mütter, die täglich exzessiv
tranken (300-350 g) und dennoch Kinder mit leichtem Schweregrad einer
Alkoholembryopathie oder Alkoholeffekten zur Welt brachten. Es erkranken
nicht alle Kinder alkoholkranker Mütter an Alkoholembryopathie sondern
lediglich 30-40%. Die Langzeitentwicklung der Kinder ist ungünstiger als
noch in den siebziger Jahren zu vermuten war. Die Intelligenzminderung ist
nicht reversibel; nahezu die Hälfte der Kinder besuchte Sonderschulen für
Lern- und geistig Behinderte; kein Kind erreichte die Oberschulreife. Die
Hyperaktivität mindert sich spontan im Laufe der Jahre. überwiegend werden
Berufe ohne höhere Qualifizierung ausgeübt. Nur 12% erreichten bisher
Selbständigkeit in Familie und Lebensführung. Das Risiko einer
stoffgebundenen Suchtentwicklung kann
bei diesen Kindern auf mindestens 30% geschätzt werden."