Durch ein Einfuhrverbot
französischer Spirituosen bei gleichzeitig bestehenden Getreideüberschüssen
stieg in England der Verbrauch und die Produktion von Gin. Die Regierung
erleichterte das Destillieren, so dass Gin sehr billig, reichlich und für alle
sozialen Schichten erhältlich auf den Markt kam und geradezu eine Suchtkrise
bewirkte.
Eine Petition des >College of
Physicians< an das Parlament in London stellte 1726 fest, dass die Kinder
trunksüchtiger Eltern schwach, dumm und geistig gestört seien. Aus jener Zeit
stammt das gesellschaftskritische Bild des englischen Malers William Hogarth, in
welchem die Auswüchse des Alkoholismus verdeutlicht sind.
Ein
Komitee von Middlesex
bemerkte 1736 unter anderem: „...,Kinder werden schwach und kränklich geboren,
sehen oft so eingefallen und alt aus, als ob ihr Alter schon viele Jahre zählte.
Die Leute geben den Alkohol täglich ihren Kindern...auf dass sie kosten und an
diesem sicheren Vernichter Gefallen finden mögen."
1751 hielt eine „ärztliche
Gutachterkommission“ fest, dass sinkende Geburtenzahlen und die Zunahme kranker,
nicht lebensfähiger Kinder auf die Trunksucht der Eltern zurückzuführen seien.
Im gleichen Jahr wurde vom Britischen Parlament eine wirksame „Gin-Akte“
erlassen, mit der Folge, dass Produktion und Konsum erheblich zurückgingen und
damit auch die Schäden bei Kindern. Eine detaillierte Beschreibung oder
pathologische Berichte liegen aus dieser Zeit nicht vor. Die Beobachtungen bei
Kindern aus jener Zeit geriet in Vergessenheit.