Es
fing damals alles damit an, das ich auf die Welt kam, in einer Welt
wo man auf dem ersten Blick denkt, das alles in Ordnung ist. Doch
ganz im Gegenteil, meine Mutter war alkoholkrank. Irgendwann fing
sie das trinken an.
Dann
hatte sie das Problem, das mein Vater meine Mutter immer wieder
geschlagen und runtergemacht hat. Es muss doch die Hölle für eine
Frau sein, wenn der Mann seine Frau schlägt und weder zu der Frau
noch zu den Kindern steht.
Ich
war erst 8 Tage bei meinen Eltern zu Haus, bis ich das erste mal ins
Krankenhaus kam. Meine Haut war Wund und ich war sehr krank. Danach
war ich wieder 8 Tage zu Hause bis ich auch wieder ins Krankenhaus
gekommen, auch wieder wegen der Haut und ich hatte Untergewicht.
Ich
weiß nicht, was meine Mutter damals für einen Stress hatte, dass sie
es nicht geschafft hat, sich richtig um mich zu kümmern. Das ist mir
bis heute noch ein Rätsel. Ich kam dannach durch das Jugendamt in
eine Notpflegefamilie und danach war ich einige Jahre
Dauerpflegekind.
Bevor ich in die Schule kam, gab mich meine Mutter zur Adoption
frei. In der Hoffnung das es mir woanders besser geht. So wurde ich
von der Familie die mich seit meinem 4. Lebensmonat als
Dauerpflegekind hatte adopiert. Dort lebe ich jetzt seit 20 Jahren.
Es
gab schöne Zeiten aber auch schlechte Zeiten. Wo ich dann sehr viel
Mist gebaut habe. Also ich kann nicht sagen, das ich unkompliziert
als Kind war, aber immer war ich auch nicht gerade Böse. Meine
jetzigen Eltern, haben auch viele schöne Zeiten mit mir gehabt.
Aber
wenn ich heute mein Lebensstil betrachte, würde meine richtige
Mutter das Kalte grausen bekommen und heulen. Aus den einfachen
Grund, weil sie mich damals weggegeben hat. Aber nun ja, was will
man machen. Hätte ich das damals alles ändern können, hätte ich das
auf jeden Fall getan. Dann würde es mir besser gehen und meiner
Mutter wahrscheinlich auch.
Ich
habe einiges mit 20 jetzt schon durch, nur irgentwann muss man mal
den Notschalter betätigen. Sonst schaffst du es nicht, dich durch
das Leben zu kämpfen. Das Leben ist nun mal kein Zuckerschlecken.
Dann hat man ständig Leute als Freunde gehabt, die dich geschlagen
haben und vergewaltigt haben. Da hast du ganz schön dran zu
knabbern.
Es
ist schwer so was zu verarbeiten. Das bewegt einen sein ganzes Leben
lang Wenn man dann irgendwann anfängt, das zu verarbeiten, dann wird
man mit 100% sicherheit sehr, sehr, viele Tränen vergießen.
Wie
singt eine Band namens Rosenstolz in dem einen Lied: „Im Tal der
Tränen liegt auch Gold!“ Oder auch noch: „Wenn du jetzt aufgibst,
wirst du es nie verstehen. Du bist zu weit, um umzudrehn. Wenn es
auch weh tut, so wird es doch geschehn, die dunkle Nacht wird mal
vergehn!“ Dieses Lied hilft mir jeden Tag, nach vorne zu schauen und
nie zurück zu sehn. Denn würde ich Tag für Tag nach hinten schaun,
würde ich nie vorwärts kommen in meinem Leben.
Es
tut auch so schon genug weh, wenn man sich seine Eigenen Fehler
eingesteht. Und es braucht Jahre die Wieder gerade zu biegen. Man
wird es nicht von Jetzt auf gleich schaffen. Man braucht sehr viel
Zeit um so was zu schaffen.
In
den letzten Jahren habe ich drei Ausbildungen gehabt, die hätte ich
alle Locker schaffen können. Aber ich bin zu faul gewesen, sie zu
Ende zu machen. Ich glaube wenn ich sie zu Ende gemacht hätte, hätte
ich jetzt nicht solche Probleme mit der Arbeit. Dann würde ich mir
sehr viel Rennerei mit den Behörden und den ganzen anderen Kram
sparen. Aber nun ja wer sich das selber einbrockt, muss selber da
wieder rauskommen.
Aber
einen Tipp kann ich allen geben. Man sollte sich immer das vor Augen
halten, was man noch verbessern muss an sich. Dann kommt man auch
weiter im Leben.
Zum
Abschluss wollte ich nur noch mal sagen:
„Liebe Mütter, tut mir einen gefallen, überlegt euch
das gut, ob ihr in der Schwangerschaft Alkohol trinkt. Es könnte
nicht nur, sondern es schadet dem Kind was in euch wächst.“
Ich
spreche aus Erfahrung. Denn ich bin ein Kind, wo die Mutter in der
Schwangerschaft Alkohol getrunken hat.