Eine Mutter berichtet:
Vor zwei Jahren gab es an meiner kleinen Tochter nichts zu loben.
Lisa's Benehmen machte ein Zusammenleben fast unmöglich. Sie
schrie fast unaufhörlich und war sehr, sehr wütend. Wir haben damit
angefangen, kleine, ganz kleine positive Dinge festzuhalten, z.B. wenn
sie 'nur' zwei Minuten lang nicht geschrieen hat. Dann gab es
einen Sticker. Für eine bestimmte Anzahl Sticker, bekam sie z.B. ein
Schaumbad.
Lisa liebt Schaumbäder. Die Lehrerin hat in das Kontaktbuch das
Verhalten von Lisa aufgeschrieben, also weniger ihre Leistungen, als mehr,
wenn sie sich gut, oder nicht gut betragen hat. Dieses stetige Feedback war
sehr hilfreich und auch für gutes Benehmen in der Schule bekam Lisa Sticker.
Dies alles war der Anfang einer steten Besserung...
Wir haben auch für unser Zusammenleben Regeln aufgestellt, aber nur
sehr wenige. Sehr hilfreich war mir in dem Zusammenhang das Buch: "The
explosive Child!" von Ross W. Green. Ich habe gelernt, dass Regeln in drei
Kategorien eingeteilt werden können:
Lebenswichtige Regeln: Hier geht es wirklich um Leben und Tod
Wichtige Regeln: Diese Regeln werden dem Kind nicht
aufgedrückt, sondern ich überzeuge das Kind von dieser Regel.
(Un)wichtige Regeln: Ich frage mich:
Möchte ich jetzt
wirklich wegen dieser Regel und der Durchsetzung meiner Meinung einen
Wutanfall riskieren?
Anfangs merkte ich, dass die meisten Regeln getrost in den Papierkorb
wandern durften. Mit der Zeit konnten wir dann aber die Anzahl der
'Wichtigen Regeln' vermehren.
mehr zu Lisa...
Eines meiner Kinder hat Zeiten, in denen es auf nichts mehr richtig
reagieren kann. Sie ist traurig und weint, kann aber nicht sagen, warum. Sie
lässt sich nicht trösten und jeglicher Zuspruch macht alles noch schlimmer.
Ich gebe ihr eine Auszeit und sage ihr, dass sie auf ihr Zimmer gehen soll.
Dort hat sie die Gelegenheit, sich selber zu sortieren und diese Zeit tut
ihr sehr gut. Wenn sie sich wieder 'eingesammelt' hat, kommt sie zu uns
herunter und ist wieder normal.
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