Tagesroutine strukturieren mit einfachen
konkreten Regeln.
Viele vertragen keine Störungen im Tagesablauf, gleich, wie gut sie
gemeint sind.
Immer wieder auf die Regeln hinweisen,
das kann wörtlich oder visuell sein, manche Eltern sagen sie in Reimform
auf oder singen sie.
Gehen Sie noch einmal durch erlebte
Situationen durch, um in einer entspannten Atmosphäre das Verhalten und
die Gefühle anderer deutlich werden zu lassen. So können eigene
Fehleinschätzungen und eigenes Fehlverhalten mit der Zeit erkannt und
korrigiert evt. auch werden.
Schaffen Sie in der Umgebung so wenig
sensorische Reize wie möglich. (Kleine Klassen, sparsam ausgestattete
Zimmer) Häufig sind die Kinder durch neue Reize (Licht, Gerüche, Geräusche
etc) überfordert und reagieren entsprechend mit Hyperaktivität oder
Schreiattacken
Vermitteln Sie Ihren Mitmenschen, dass
das Verhalten neurologisch bedingt und nicht böswillig ist. Stellen Sie
anstelle der Aussage: „Es will nicht!“ den Satz: „Es kann nicht!“ Ihre
eigene innere Einstellung dazu führt zu einer entspannten Atmosphäre. Das
Kind spürt, dass es trotz allem angenommen wird.
Medikation, gut dosiert und kombiniert,
hilft bei 95% den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit FASD.
Wegen mangelnder Impulsivitätskontrolle
und schlechter Beurteilungsfähigkeiten benötigt das Kind eine
Beaufsichtigung nach der Regel: 24/7 (24 Stunden, 7Tage), egal wie alt es
ist.
In vielen Fällen ist eine Therapie mit
sensorischer Integration sehr hilfreich.
Beobachten Sie genau Ihr Kind. Es mag
sein, dass es Schreiattacken oder Hyperaktivität zeigt, nachdem es ein
bestimmtes Nahrungsmittel gegessen hat.
Legen Sie Ihr Augenmerk auf die Stärken
und nicht nur auf das, was es nicht kann. Feiern Sie jeden kleinen
Fortschritt, es motiviert ermutigt.
Anweisungen
geben!
Blickkontakt aufnehmen
Als erstes den Namen nennen. Wenn Sie einen
Satz mit: "Würdest Du bitte..." beginnen, ist der Effekt schon dahin. Setzen
Sie das "Bitte" einfach ans Ende des Satzes.
Werden Anweisungen innerhalb einer Gruppe
gegeben, können Menschen mit FASD Probleme haben, diese Anweisungen auf sich
zu beziehen.
Fassen Sie sich kurz. Stellen Sie sich vor,
Sie müssten für jedes Wort 10 € bezahlen. Machen Sie einen Punkt nach
5-Sekunden (10 Wörter oder besser weniger) und geben Sie dem Gegenüber Zeit,
den Satz zu verarbeiten.
Finden Sie die Möglichkeit, Ihre
Anweisungen mit einer Geste oder anderen visuellen Hilfsmittel zu
unterstützen.
Benutzen Sie immer wieder die selben Wörter
für die selben Anweisungen, damit Sie irgendwann auch das Langzeitgedächtnis
erreichen.
Benutzen Sie exakte Wiederholungen, exakte
Wiederholungen, exakte Wiederholungen...
Sprechen Sie langsam
Geben Sie nur eine Anweisung auf einmal.
Wurden Sie bei einer Anweisung
unterbrochen, fangen Sie wieder von vorne an.
Lassen Sie sich als Rückmeldung sagen, was
zu tun ist, damit Sie merken, ob die Anweisung verstanden wurde.
Reden Sie konkret und ohne
Verallgemeinerungen. z. B.: "Räume Dein Zimmer auf!" ist allgemein gehalten.
Teilen Sie Aufgaben in kleine Schritte auf. Bei komplexen Aufgaben erstellen
Sie eine Liste mit den einzelnen Schritten, die abgehakt werden kann.
Es kann hilfreich sein, älteren Kindern,
Jugendlichen oder jungen Erwachsenen mittels einer Checkliste beizubringen,
wie sie sich in einer allgemeinen und in einer unerwarteten Situation
verhalten sollen. Diese Schritt-für-Schritt-Instruktion, wie Dinge zu tun
sind, können in Rollenspielen und Simulationen geübt werden.
Rechnen Sie damit, dass Anweisungen
vergessen werden. Unterstützen Sie das Gedächtnis mit:
"Reden" => "Demonstrieren" => "Zeigen"
Finden Sie einen visuellen Weg, um in das
Gedächtnis zu gelangen. Wenn Menschen mit FASD sich nicht mehr erinnern
können, erinnern Sie sie und motivieren Sie sie. Freundliche Erinnerungen
helfen zu einer positiven Aufmerksamkeit.
Machen Sie sich selber klar, dass
Verhaltensauffälligkeiten bei FASD keine Folgen von Erziehungsfehlern sind.
Ergänzung von
Dr. Feldmann:
Kontrollieren Sie stets, ob die Anweisungen ausgeführt
wurden denn...
Es kann gut sein, dass sie ihn bereits "auf dem Weg
vergessen", weil sie von etwas interessanterem abgelenkt wurden
Es kann auch sein, dass sie sich - und oft mit viel
Geschick - um die Ausführung herum "mogeln", ohne dass man es bemerkt
Zudem hilft die Kontrolle den Kindern, den Auftrag und
seine Ausführung wirklich zum Ritual, zur Gewohnheit werden zu lassen.