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Schlimm war für uns, dass Yasmin
alles bewusst miterlebte. |
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FASKINDER
Alkohol in Schwangerschaft und die Folgen für das Kind!
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Yasmins Eltern waren alkoholkrank. |
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Erfahrungen mit Ritalin und Medikinet bei
Yasmin
(FASD 3J.,10 M.)
Kurz zu den Personen:
Yasmin*
lebt seit ihrem 2. Lebensmonat mit zwei älteren Geschwistern und
einem jüngeren Geschwisterkind bei ihren Pflegeeltern.
Lt. Jugendamt
war sie ein bisschen nervös . Bei anfänglichen Besuchskontakten konnten
wir Pflegeeltern feststellen, dass die leiblichen Eltern alkoholabhängig
waren.
Mit Hilfe von
fastypischen äußerlichen
Kennzeichen, wie
Mikrozephalie, Handfurchen, Augenstand,
Untergewicht und nicht korrektem Mundschluss und
durch Berichte über die leiblichen Eltern
gelang es uns Pflegeeltern die Professorin einer
Universitätsklinik zu überzeugen, eine Diagnostik ohne konkrete
schriftliche Angaben
des Jugendamtes zu machen.
Die Diagnose für Yasmin im Alter von 2 Jahren
lautete neben anderen „Auffälligkeiten“:
Alkoholembryopathie Grad II
(nach dem sog.
Majewskiscore)
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Wir haben lange diskutiert, ob wir
der Medikation mit Ritalin zustimmen sollen oder nicht. |
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Nach
2 Tagen hatten wir
eine völlig andere Tochter... Es war wie ein Wunder.. |
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Wegen der teilweise
extremen Verhaltensauffälligkeiten von Yasmin im Alter von ca. 3
Jahren und 6 Monaten verordnete der Kinderarzt,
welcher Yasmin seit ihrem zweiten
Lebensmonat kennt, das Medikament Ritalin mit einer Dosierung von 3 x 10
mg pro Tag.
Vorausgegangen war eine intensive Diskussion von uns
Pflegeeltern, ob wir dem zustimmen sollten. Wir hielten die Gabe von Ritalin in dem Alter und in der Dosierung für fraglich. Letztlich
stimmten wir, auch nach regem Austausch mit dem Verein
FASworld e.V. Deutschland
zu.
Wir wollten nicht dogmatisch sein und auch den
Bedürfnissen/Wohle des Kindes gerecht werden, das jeden Tag nicht nur
emotional regelrechte „Achterbahnfahrten“ durchleben musste.
Nach 2
(in Worten: zwei) Tagen hatten wir eine völlig andere/neue
Tochter.
Sie konnte plötzlich essen (vorher hat sie sich ausschließlich
mit Babybrei aus Fläschchen ernähren können). Die untergewichtige Yasmin
(9,5 kg mit ca. 3
Jahren und 6 Monaten ) nahm innerhalb von zwei Monaten zwei Kilo
zu. Sie konnte mit uns kommunizieren, lernte aus Lauten Silben und Wörter zu
bilden, begann selbständig zu spielen und Wünsche zu äußern.
Es war wie
ein Wunder, was vermutlich nur jedes Elternteil, das
ein Kind mit FASD hat,
nachvollziehen kann.
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Es hatte den Anschein, als bekäme
sie Placebos.. |
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Sie schlang die Arme um mich und
begann bitterlich zu weinen. |
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Nach einer erneuten
Vorstellung in einer anerkannten sozialpädiatrischen Klinik, wo die Gabe
von 30 mg Ritalin als zu hoch erschien, wechselten wir auf den Rat des
Klinikarztes den Kinderarzt.
Yasmin wurde nun von einer Kinderärztin/-therapeutin
medizinisch betreut, die schon seit Zulassung von Ritalin mit diesem
Medikament verantwortungsvoll umging und es nicht strikt ablehnte. Sie
vertritt allerdings die Meinung, dass frühestens im Alter von 6 Jahren
Ritalin verordnet werden sollte. Sie war von der sozialpädiatrischen
Klinik vorgeschlagen worden und schloss sich sofort
deren Meinung
bezüglich einer Überdosierung von Ritalin an.
Ab dem Tag bekam Yasmin
(mit 3 Jahren und 10 Monaten) das Medikament Medikinet, anfangs mit 20 mg pro
Tag. Diese Dosierung wurde nach einer Woche auf 30 mg pro Tag erhöht. Es
hatte nach dem Verhalten von Yasmin den Anschein, als bekomme sie
Placebos.
Innerhalb von Tagen fiel sie in ihre alten Verhaltensmuster
zurück.
Schlimm für uns Pflegeeltern war, dass Yasmin alles bewusst
miterlebte. Ich als Pflegevater sagte einmal während eines totalen
„Ausrastens“ zu ihr: „Yasmin, ich weiß ja, du kannst nicht anders“. Das
Kind schlang seine Arme um mich und begann bitterlich zu weinen.
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Veränderungen im geregelten
Tagesablauf führen zu einem erhöhten Bedarf in der Dosierung. |
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Unmittelbar darauf
nahmen wir telefonisch Kontakt zu der neuen Kinderärztin auf. Sie riet
uns abzuwarten. Dieses konnten und wollten wir Yasmin nicht zumuten. Wir
brachten sie ohne Voranmeldung als Notfall zu der Kinderärztin. Yasmin
zeigte dort wieder ihre extreme Verhaltensauffälligkeit. Die Praxis
verließen wir 10 Minuten später mit einem Rezept für Ritalin,
Dosierungsempfehlung bis zu 3 x 10 mg. Wir Pflegeeltern sollten
allerdings versuchen, die Dosis so gering wie möglich zu halten; Yasmins
Körper brauchte für die Umstellung diesmal wesentlich länger.
Zurzeit (auf den Tag 4 Jahre) bekommt sie, zwischen 20
mg und 25/30 mg pro Tag. Dies richtet sich danach, wenn sie nach Meinung
der Pflegeeltern wieder zur Gefahr für sich und andere wird. Der Bedarf ist relativ genau vorherzusagen; es
ist eine erhöhte Dosierung bei Veränderungen im geregelten
Tagesablauf nötig.
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Wir haben uns auf einen Kompromiss
geeinigt. |
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Wir als Pflegeltern
stimmen der sozialpädiatrischen Klinik und der Kinderärztin/-therapeutin
zu, dass in dem Alter eine Gabe von Ritalin in der Höhe nicht unbedingt
angemessen ist. Andererseits wollen wir Yasmin weitere
„Achterbahnfahrten“ ersparen und haben uns auf folgenden Kompromiss
geeinigt:
Yasmin wird mit einem Pflegeelternteil stationär noch in
diesem Monat in der sozialpädiatrischen Klinik aufgenommen und in ca. 5
Wochen optimal auf ihre Bedürfnisse eingestellt. Sicherlich wird sie
noch einmal in ihre alten Verhaltensweisen zurückfallen (müssen); wir
erhoffen uns andererseits, dass mit einer dokumentierten Diagnostik eine
wirklich optimale Einstellung erfolgen kann; die individuelle Gabe von
Ritalin durch uns Pflegeeltern je nach Verhalten Kindes kann und darf
nicht das Ziel sein.
Möglicherweise kann die
optimale Einstellung durch eine Kombination von Medikamenten erreicht
werden. Allerdings werden wir Pflegeeltern uns genau über die
Medikamente in der Klinik informieren lassen und bei Bedarf einen
„Notruf“ bei FASworld
e.V. Deutschland (wo wir vieles über Umgang, Medikation und
Problematiken mit Yasmin gelernt haben), über Erfahrungen anderer Eltern
mit diesen Medikamenten tätigen und versuchen, dieses sofort den Ärzten
zu vermitteln.
November
2005
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Artikel über medikamentöse Therapie von Beate vom Knappen
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