Viele ältere Kinder und auch
noch Jugendliche mit FAS/FAE spielen lieber mit deutlich jüngeren
Kindern, da sie von Gleichaltrigen mehr und mehr abgelehnt werden und
selbst auch der Überforderung durch den Kontakt mit Gleichaltrigen
entgehen möchten.
Im Verlauf der Pubertät bemühen sich die Jugendlichen
mit FAS/FAE dagegen wieder um altersgerechte Kontakte und geraten
hier vielfältig in Konflikte. Einige der betroffenen Jugendlichen ziehen
daraus die Konsequenz, lieber zu Hause zu bleiben, denn „draußen habe
ich doch nur Ärger“. Andere suchen die Nähe zu Gleichaltrigen, um
Gefallen und Zuwendung zu finden, nehmen dabei oft unbeirrbar
Rückschläge, Ablehnung und Spott in Kauf.
Häufig sind
ihnen die eigenen körperlichen, persönlichen und geistigen Grenzen wenig
bewusst. Im Denken und Handeln zeigt sich eine Naivität, die man als
bleibende Infantilität bezeichnen kann.
Diese Jugendlichen sind
erheblich gefährdet, da sie Fremden arglos begegnen und nicht fähig
sind, fremde Absichten zu durchschauen. Auf ein freundliches Wort hin
leisten sie gern Folge, ohne erfassen zu können, was mit ihnen geschieht
und ohne zu bemerken, dass ihr Vertrauen ausgenutzt wird. Mädchen mit
FAS/FAE, die fremder Zuwendung gutgläubig begegnen, nicht selten selbst
in offensiv sexualisierter Weise Kontakt suchen, scheinen in besonderem
Maß gefährdet zu sein. Leicht verführbar sind auch die Jungen, die sich
Gleichaltrigen anschließen wollen.
Jugendliche mit FAS/FAE sind spontan
nicht häufiger delinquent als ihre Altersgenossen, lassen sich aber weit
leichter für kriminelle Zwecke einspannen. Oft reicht der Hinweis:
„Wenn
du mein Freund sein willst, dann...“ Die betroffenen Jugendlichen sind
dann Mitläufer, nicht Initiatoren der Handlung (Diebstahl,
Sachbeschädigung), stehen meist für die anderen „Schmiere“.