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"Hätte ich das eher gewusst, mir wäre viel erspart geblieben!"

 

 

Kinesiologie

Bericht über einen Vortrag von Gundula Kraska

VHS - Abendseminar

Lernblockaden erkennen und auflösen

Konzentrationsprobleme, Hyperaktivität, Lese-, Schreib- und Rechenschwäche gehören zum schulischen Alltag. Immer mehr Kinder fallen durch Lern- und Verhaltensstörungen auf.

Die „Praktische Pädagogik“ kann in der Lernberatung aktive Hilfe bieten. Kindindividuelle Stressfaktoren und Lernblockaden können aufgespürt und abgebaut werden.

Unterstützt durch die Einübung integrierender Bewegungsabläufe arbeiten die Gehirnbereiche besser zusammen, die Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit wird verbessert und damit der Grundstein für selbstverantwortliches, freiwilliges Lernen gelegt. Lernen wird wieder möglich.

In diesem Vortrag werde verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, die Kinder in der Schule oder zu Hause bestmöglich zu unterstützen und zu begleiten.

 

Dienstag, 18.02.2003, Gundula Kraska (Adenstedt)

Frau Kraska war als Kind selbst betroffen. Sie ist Linkshänderin und wurde auf RECHTS umprogrammiert. Das Ergebnis war eine Lernblockade im mathematischen Bereich, das sogenannte „BRETT vor dem Kopf“

„Hätte ich das, was ich Ihnen jetzt erzähle damals schon gewusst, wäre mir vieles erspart geblieben.“

Folgende Zusammenfassung ist ein Konglomerat aus meinen Aufzeichnungen und dem Buch: Kinesiologie für Kinder – GU-VerlagISBN-3-7742-3205-9

 

Eine Graphik verdeutlicht die unterschiedlichen Arbeitsbereiche der linken und rechten Gehirnhälfte:

Welche Aufgaben hat welche Gehirnhälfte?

Linke Hemisphäre

Rechte Hemisphäre

Logisch

Abstrakt

Rational

Zeitlich

Objektiv

Wissenschaftlich

Der Reihe nach – linear

Verbal

analysierend

Gefühlsmäßig

Konkret

Intuitiv

Räumlich

Subjektiv

Künstlerisch

Der Gestalt nach – gleichzeitig

Visuell-räumlich

Zusammenhänge herstellend

 

Wer die linke Hemisphäre bevorzugt, der kann nur eins nach dem anderen abarbeiten, kommt zuviel auf einmal, dann kommt man durcheinander.

Mit der linken Hälfte kann ich das WORT: BAUM lesen, kann es mir aber nicht bildlich vorstellen.

Die linke Hemisphäre ist, vereinfacht dargestellt, bei etwa 95% der Menschen verantwortlich für analytisches Denken, besonders für Sprache und Logik. Sie ordnet und sammelt Details, mit ihr verarbeiten wir gegliederte und strukturierte Informationen. Sie wird aus diesem Grund auch analytische Gehirnhälfte genannt.

Die rechte Gehirnhälfte oder Gestalthirnhemisphäre dagegen wird benutzt, um Informationen als Ganzes und gleichzeitig verarbeiten zu können. Sie  ermöglicht uns einen Gesamteindruck der Dinge um uns herum. Rechts sind aber auch das visuelle Gedächtnis, die Fähigkeit zur Orientierung im Raum, Kreativität, Gefühle und Körperbewusstsein beheimatet.

Über das Corpus callosum – den Balken – arbeiten die beiden Gehirnhälften bei der Wahrnehmung der Welt zusammen. Unter Stress klappt eben diese Zusammenarbeit der Hirnhemisphären nicht immer, die Folge sind Wahrnehmungsstörungen. Wir können Informationen nur unzureichend verarbeiten.

Typische Schulsituation: Der Lehrer fordert einen Schüler auf, einen Text laut vorzulesen. Das laute Lesen macht keine Probleme. Doch auf die anschließende Frage, was denn der Sinn des eben Gelesenen sei, weiß unser Vorleser keine Antwort. Wie ist dies zu erklären? In der Stresssituation war der Leser nicht in der Lage, den Text zu verstehen. Für ihn bestand er nur aus einzelnen Wörtern ohne Zusammenhang und Bedeutung. Die Verbindung beider Gehirnhälften war also während des Lesens blockiert – der Schuler hat den Text vor allem mit der rechten Gehirnhälfte „gelesen“ und dabei sein geistiges Potential nicht voll ausgeschöpft.

Schule fördert analytisches Denken

Die Art der Wahrnehmung – analytisch oder ganzheitlich – spielt auch bei der Lösung schulischer ‚Aufgaben eine wichtige Rolle. Dafür werden vor allem die Fähigkeiten der linken oder analytischen Hirnhälfte in Anspruch genommen. Dadurch sind jene Kinder benachteiligt, bei denen die rechte Gehirnhälfte, also die Gestalthirnhemisphäre, in der Wahrnehmung der Welt und damit auch des Lehrstoffes dominiert.

Mädchen im Vorteil

In der Grundschule schneiden Mädchen bei linkshemisphärischen Aufgaben wie Lesen, Schreiben oder Rechnen im Durchschnitt besser ab als ihre männlichen Altersgenossen. Das ist dadurch zu erklären, dass bei Jungen die Entwicklung der analytischen Fähigkeiten der linken Gehirnhälfte später einsetzt als bei Mädchen. Die Jungen bilden die Grobmotorik früher aus und wirken deshalb häufig ungelenk und tollpatschig.

 

Mädchen sind sprachlich gewandter und reagieren mit ihrem Verhalten zielgerichteter auf die momentanen Anforderungen ihrer Umgebung. Jungen dagegen koordinieren die großen Muskeln besser und sprechen stärker auf Bewegung an, wodurch ihnen langes Stillsitzen besonders schwer fällt. In der Schule müssen sie diesen Bewegungsdrang unterdrücken. Die Folge ist aggressives Verhalten, mit dem sie ihre Emotionen nach dem Unterricht ausleben.

Lernhemmende Faktoren

Nicht kindgerechte Schulbedingungen

Der Lehrstoff, der an unseren Schulen unterrichtet wird, fordert analytisches Denken. Bei  Kindern, die ihre Umwelt als Ganzes erfassen und lieber mit „rechts“ denken, kann dies zu massiven Schulproblemen führen.

Leider findet man in unseren Schulen auch äußere Bedingungen vor, die den Bedürfnissen von Kindern nicht gerecht werden:

  • Langes Sitzen beeinträchtigt das Zusammenspiel von Rücken- und Beinmuskulatur, das führt zu Stress für den Bewegungsapparat. So erklärt sich auch, dass die Kinder zu toben und zu schreiben beginnen, sobald der Unterricht beendet ist.

  • In der Regel dürfen Kinder während des Unterrichts nichts trinken. Dabei wäre manchem Schüler mit einem Glas Wasser viel geholfen: Wasser ist nämlich ein hervorragender Leiter für elektrische Energie. Es ist Mittler für chemische und physikalische Prozesse in unserem Körper. Wir brauchen in Stresssituationen mehr Wasser als im entspannten Zustand.

  • In vielen Klassen tauschen die Schüler in regelmäßigen Abständen ihre Plätze. Dies wirkt sich einerseits positiv auf die sozialen Kontakte der Schüler untereinander aus. Andererseits kann ein neuer Sitzplatz für lernblockierte Kinder verhängnisvoll sein, weil sie gezwungen sind, sich im Raum neu zu orientieren. So verändert sich zum Beispiel die Blickrichtung auf die Tafel. Für ein Kind, bei dem die rechte Gehirnhälfte dominiert, kann daraus Stress entstehen.

  • Unter dem druck des Lehrplans kann manchem Lehrer die Sensibilität für die momentane Aufnahmefähigkeit der Schüler verloren gehen.

Die versteckte Gefahr von Bildschirmen

Bildschirme fördern ein 2dimensionales, unnatürliches Sehen.

2dimensionales sehen schwächt die Augen, es fehlt die dritte Dimension.

Die Augenmuskeln sind dadurch öfter verspannt. Im Vorschulalter und auch noch in der Grundschule kann allzu häufiges Fernsehen die Entwicklung des räumlichen Denkens und der Vorstellungsfähigkeit beeinträchtigen.  Der Bewegungsmangel wird verstärkt. Um sich gesund zu entwickeln, müssen Kinder toben, spielen und ihre Bewegungsmöglichkeiten ausprobieren.

Abhilfe: Abends die Stresspunkte halten oder Morgens vor einer Arbeit

Unverträglichkeitsreaktionen

Bei bestimmen Nahrungsmitteln oder Zusatzstoffen kann es zu verändertem Verhalten aufgrund einer allergischen Reaktion kommen, manche Nahrungsmittel wirken als Stressoren, die zu Lernblockaden führen können.

Zucker wirkt wie ein Aufputschmittel, das Lust auf Bewegung macht. Im Unterricht sollte das Kind aber stillsitzen. In dieser Zwickmühle verhält es sich dann häufig aggressiv.

Unverträglichkeitsreaktionen werden ebenfalls durch bestimmte Umweltgift wie zum Beispiel Ozon, Düngemittel, Autoabgase oder Schwermetalle hervorgerufen.

Körperliche Schockerlebnisse

Unfälle können Auslöser für Lernblockaden sein, auch wenn der Vorfall schon Jahre zurück liegt.

Emotionale Erschütterungen

Auch seelische Verletzungen wirken lange nach. Fühlt sich ein Kind bloßgestellt, wurde es ausgelacht oder abgewertet, können auch diese Erlebnisse langfristig immer wieder Blockierungen auslösen.

Süßigkeiten erst nach den Hausaufgaben, nach den Schulstunden geben.

Süßigkeiten können einen Bewegungsdrang hervorrufen

Studentenfutter ist eine gute Kombination und eine gute Alternative

Fordern, statt Überfordern!!

 Denken – mit links oder mit rechts?

Jeder Mensch hat unterschiedliche Erbanlagen und auch eine ganz bestimmte Art und Weise zu denken und bestimmte Aufgaben oder Probleme zu lösen.

Analytisch denkende Menschen „denken“ vorwiegend mit der linken Gehirnhälfte. Sie neigen dazu, alles zu planen und dabei jedes Detail zu berücksichtigen. Man verliert dabei aber leicht den Blick fürs Ganze. Man konzentriert sich auf Detaillösungen und ist unflexibel.

Wer bevorzugt mit „rechts“ denkt, lässt seine Umwelt lieber als Ganzes auf sich wirken. Er handelt dann spontan nach seinem überlieferten Gesamteindruck und versucht erst gar nicht, das Problem logisch zu durchdenken. Bei einer komplexeren Aufgabe versinkt er daher leicht im Chaos.

Beide Extreme sind selten. Doch wenn wir uns selbst beobachten, werden wir feststellen, dass bei fast jedem von uns eine der beiden Gehirnhälften dominiert. Ideal wäre es aber, wir könnten jederzeit auf die Fähigkeiten beider Hälften zurückgreifen. Doch gerade in Stresssituationen verfallen wir in das eine oder anderes Extrem.

Wie äußern sich Lernblockaden?

Lernblockaden können sich in unterschiedlicher Form zeigen. LRS-Probleme, Störungen im Bewegungs- und Verhaltensmuster oder der Körperhaltung.

Sichtbare Hinweise auf Lernblockaden

Lernblockaden können sich ganz eindeutig als Lese-, Schreib- oder Rechenstörungen zeigen. Eva beispielsweise liest, ohne den Sinn zu erfassen. Michael „erfindet“ beim Lesen Wörter. Weil er ungenau liest, versteht er auch nie, was in einer Textaufgabe verlangt wird. Markus dagegen schreibt beinahe unleserlich, und Tobias findet sich im Zahlenraum nicht zurecht. Er begreift nicht, was abziehen oder dazuzählen bedeutet. Sein Freund Florian dagegen kann sich die Zahlen nicht vorstellen und hat deshalb Probleme beim kopfrechnen. Die kleine Anna kann sich von Wörtern im Kopf keine Vorstellung machen und macht deswegen immer wieder Rechtschreibfehler.

Versteckte Hinweise auf Lernblockaden

Lernblockaden können sich auch weniger konkret äußern. Vielleicht ist ihr Kind im Unterricht oder bei den Hausaufgaben unaufmerksam, abwesend und träumt vor sich hin? Oder wird es von den Lehrern als vorlaut und aggressiv beschrieben? Auch hinter bestimmten Verhaltensweisen können sich Lernblockaden verstecken. Haben Kinder riesige Angst vor Klassenarbeiten, antwortet ihr Körper beispielsweise mit Unwohlsein, Bauch- oder Kopfweh. Manche Kinder reagieren auf eine Schulsituation, die sie überfordert, mit Schwerfälligkeit, andere wiederum sind zappelig, schnell und ungenau.

Die Sprache der Bewegungen

Beobachten Sie ihr Kind, wie es bestimmte Dinge tut und sich bewegt. Auch so erkennen Sie Blockaden. Achten Sie zum Beispiel darauf, ob es rückwärts eine Treppe hochgehen und ob es einen Ball fangen kann. Stellt es sich sehr ungeschickt an, oder geht es diesen Herausforderungen aus dem Weg?

Wann liegt eine Blockade vor?

Wie können Sie sicher sein, ob Ihr Kind tatsächlich an einer Lernblockade leidet, oder ob es vielleicht etwas nicht begriffen hat? Eine Blockade können Sie daran erkennen, dass sich das Lernproblem Ihres Kindes langfristig nicht lösen lässt, obwohl Sie mit ihm den Stoff wiederholen, mit ihm Schreiben, Lesen oder Rechnen üben. Echte, durch Stress ausgelöste Lernblockaden lassen sich durch Drill und Training nicht auflösen.

Drei Dimensionen des Denkens

Die Pädagogische Kinesiologie arbeitet modellhaft mit der Vorstellung, dass sich das Denken in den drei Dimensionen des Raumes bewegt. Demnach gibt es, wie bei unseren Körperbewegungen, auch im Kopf ein rechts-links, oben-unten und vorne-hinten. So wie die Bewegungsabläufe unseres Körpers in den drei Dimensionen des Raums stattfinden, läuft auch das Denken im Gehirn ab. Eine Blockade hat demnach zur Folge, dass wir im Kopf – mit den Gedanken – nicht frei beweglich sind.

Damit Lernen optimal möglich ist, müssen wir uns in allen drei Dimensionen frei bewegen können. Denkblockaden sind innerhalb einer Ebene möglich, aber auch zwischen den Ebenen kann die Zusammenarbeit blockiert sein.

Drei mögliche Blockaden gibt es

Je nachdem, welche Dimension oder geistige Bewegungsebene blockiert ist, sprechen wir von einer „Rechts-links-„, Oben-unten-„ oder „Vorne-hinten-Blockade“. Jede dieser drei Blockaden äußert sich in unterschiedlichen Lern- und Verhaltensweisen, an denen Sie sie leicht erkennen können.

Die Rechts-links-Blockade

 

  • Lese-Rechtschreib-Probleme

  • Verschobenes Arbeitsblatt

  • Schiefe Haltung beim Schreiben

  • Schiefe Haltung

  • Verkrampfte Hand beim Schreiben

  • Ungeschickte Bewegungen

  • Schlechte Schriftbild

  • Falsches Abschreiben von der Tafel

  • Keine oder nicht die gewünschte Reaktion auf Aufforderungen

  • Kreise oder Schleifen können nicht von rechts nach links und von links nach rechts gezeichnet werden, sondern nur in eine Richtung (wackeliges Schriftbild beim Richtungswechsel)

  • Die Kinder sehen alles spiegelbildlich

  • Die Augen können nicht in beide Richtungen rollen, ohne dass sich der Kopf bewegt.

  • Die Augen können nicht in der Waagerechten hin und her bewegt werden, ohne dass die Augen „springen“. Es kann keine ‚Liegende Acht’ in der Luft oder auf Papier gemalt werden.

  • Die Schreibhand ist stark nach innen eingedreht

  • Man setzt sich immer wieder schräg zum Blatt hin. Dadurch vermeidet es die Mitte, also den Punkt, an dem das andere Auge – die andere Gehirnhälfte – die Informationsverarbeitung übernehmen müsste.

  • Beim lockeren Gehen  werden Arme und Beine nicht gegengleich bewegt, also rechten arm zusammen mit linkem Bein, sondern rechten Arm und rechtes Bein oder linken Arm und linkes Bein gleichzeitig. Wenn wir entspannt gehen, arbeiten rechte und linke Gehirnhälfte normalerweise automatisch zusammen.

  • Es blickt nach unten, wenn es sich etwas vorstellt. Das deutet darauf hin, dass es Probleme beim Visualisieren hat, das heißt, dass es sich nur schwer ein Bild von etwas machen kann. Der Zugang zu seinem „inneren Sehen“ ist blockiert. Daraus resultieren oft Schreib- und Rechenfehler.

  • Die Buchstaben „d“ und „b“ oder „d“ und „g“, „b“ und „q“ werden verwechselt.

  • Das Kind spricht beim lauten Lesen nicht gleich das ganze Wort aus. Mühsam setzt es die Buchstaben leise zusammen und spricht erst dann das Wort laut aus.

  • Beim Schreiben sagt es die Wörter immer zuerst leise vor sich hin. Dies weist darauf hin, dass es Schwierigkeiten hat, sich die Wörter im Kopf, vor seinem „inneren Auge“, vorzustellen und sich deswegen auf sein Gehör konzentriert. Es schreibt dann, wie es spricht.

  • Die Kinder verwechseln Links und Rechts

  • Sie haben keine Standfestigkeit, weil sie die Mitte nicht haben.

 

 

Links- oder Rechtshändig?

Normalerweise schreiben Rechtshänder mit der rechten Hand, die von der linken Gehirnhälfte gesteuert wird. Bei Linkshändern ist es umgekehrt: Ihre Schreibhand, die linke nämlich, wird von der rechten Gehirnhälfte gesteuert. Dementsprechend sind auch die Wahrnehmungsfunktionen, die rechte und linke Gehirnhemisphäre übernehmen, beim Linkshänder im Vergleich zum Rechtshänder vertauscht. Echte Rechts- oder Linkshändigkeit bedeutet also immer, dass die Schreibhand von der analytischen Hälfte des Gehirns gesteuert wird – bei Rechtshändern ist dies die linke, bei Linkshändern eben die rechte.

Bei gemischthändigen Menschen trifft die Regel, dass die aktive Schreibhand immer von der analytischen Gehirnhälfte gesteuert wird nicht zu – sie wird vorwiegend von der ganzheitlichen Gehirnhälfte geführt. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Schreibfähigkeit eingeschränkt ist und es Probleme beim exakten Schreiben gibt. Um die nicht konsequenten Abläufe in ihrem Gehirn auszugleichen, müssen sich gemischte Links- oder Rechtshänder beim Schreiben mehr anstrengen als konsequente. In der Lernberatungspraxis hat sich gezeigt, dass Menschen die zu dieser Gruppe gehören, deshalb weit anfälliger für Lernprobleme sind.

Gemischte Händigkeit erkennen

Beobachten Sie, wie ihr Kind die Hand beim Schreiben hält. Ist die rechte Hand nach links innnen gedreht, so gehört es mit Sicherheit in die Gruppe der gemischten Rechtshänder. Ist die linke Hand beim Schreiben nach rechts innen gedreht, so ist es entsprechend ein gemischter Linkshänder. Die eingedrehte Handstellung kann zudem ein Hinweis auf eine Rechts-links-Blockade sein.

Manche Kinder können Kreise nur in einer Richtung malen. Aus diesem Grunde schaffen sie auch die liegende Acht nicht. Nach Auflösung der Blockade ist das Kind dann wieder in der Lage die Acht zu malen.

Äußere Anzeichen: Die Augen werden rot weil sie überlastet sind, die Augen klimpern, Augen springen von einem Punkt zum anderen.

Das Hören ist blockiert. Die Kinder fragen ständig nach, wenn sie etwas gesagt bekommen. Durch nochmaliges Fragen entsteht eine Festigung des Gehörten.

Lernübungen bei Links-Rechts-Blockaden: Die liegende Acht nachzeichnen lassen, erst mit der rechten Hand (in der Mitte anfangen und nach rechts-oben beginnen) , mit der linken Hand (in der Mitte anfangen, nach links-oben beginnen), dann mit beiden Händen gleichzeitig malen

Gehirnknöpfe aktivieren.

Simultan – Malen

 

 

Vorn – Hinten Blockade

 

 

  • Zu nah dran sein (die Augen sind angestrengt auf einen Punkt gerichtet – man geht auf das Problem zu)

  • Zu weit weg sein (die Augen blicken ins Leere, das Kind träumt, schweift ab – man weicht dem Problem aus)

  • Unflexibilität

  • Aggressives Verhalten

  • Hyper- oder Hypoaktivität

 

Auch eine gestörte Vorne-hinten-Dimension beschreibt Unausgewogenheiten im Energiehaushalt unseres Denkens. Im unblockierten Zustand wechseln Konzentration (vorne) und Entspannung (hinten) einander ab. Ein Ungleichgewicht zeigt sich darin, dass die Kinder einer Sache entweder zu fern oder zu nahe sind. Sind beide Pole ausgeglichen, können die Kinder den Unterricht verfolgen und – falls erforderlich – sich zielgerichtet einmischen. Sie konzentrieren sich also bei Bedarf.

Vorne-hinten-Blockaden erkennen

Kinder, bei denen das „Vorne“ blockiert ist, haben oft massive Schulprobleme. Sie beteiligen sich nicht am Unterricht, sondern folgen passiv den Ausführungen. Sie träumen vor sich hin und bekommen vieles nicht mit. In Stresssituationen schalten sie ab. Ihre Überforderung setzen sie häufig in Bewegung um (Hyperaktivität), aber auch das andere Extrem ist möglich (Hypoaktivität). Diese Kinder übertragen Stress in eine Form von Trägheit. Dabei nehmen sie Gefühle und Stimmungen sehr sensibel wahr.

Ihr Gegenteil, Kinder, die „vorne“ aktiv sind, konzentrieren sich stark auf den Unterrichtsverlauf. Sie wirken hellwach, arbeiten analytisch und richten ihren Blick aufs Detail. Negativ formuliert heißt das aber auch, dass sie nicht über ihren Tellerrand hinaussehen oder „vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen“. Sie müssen immer vorne dran sein, immer agieren, sich immer behaupten und können keinem Streit aus dem Weg gehen.

Kinder, bei denen das „Vorne“ dominiert, können nur schwer abschalten und dadurch kaum über eine Situation nachdenken.

Übungen:

Fußpumpe – Wadendehnung,

Beine überkreuzen, langsam runtergehen

 

Oben-unten-Blockade

 

  • Schwerfälliges Benehmen

  • Unaufmerksamkeit

  • Spricht langsam oder schnel und undeutlich

  • Schlechte Organisation

  • Zu schnelles oder zu langsames Vorgehen

  • Schwierigkeiten, etwas nachzuvollziehen

  • Kommt ständig zu spät oder ist immer der letzte

  • Will alles diskutieren.

 

Ist die Oben-unten-Dimension des Denkens im Gleichgewicht, so gelingt es uns idealerweise, Herz (Gefühl) und Verstand (geistige Beweglichkeit) zu verbinden. Eine Blockade in dieser Dimension bewirkt dementsprechend, dass wir entweder zu stark vom Kopf oder von unseren Gefühlen bestimmt werden.

Oben-unten-Blockaden erkennen

Oben-unten-blockierte Kinder wirken entweder unbeweglich und schwerfällig oder geistig abgehoben. Beide Extreme lassen sich auch an den Bewegungen erkennen. Kinder, bei denen das Unten- das Gefühl – dominiert, sind langsam und unflexibel. Sie haben Schwierigkeiten, sich vom Boden zu lösen, zum Beispiel beim Hüpfen. Beim Sitzen wickeln sie die Füße gern ums Stuhlbein, um dadurch noch mehr Halt zu bekommen. Diese körperliche Trägheit entspricht einer geistigen Unbeweglichkeit. Solche Kinder sind so stark damit beschäftigt, nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren, dass sie eine verbale Äußerung aus dem Gleichgewicht bringen kann. Sie haben Angst, etwas Falsches zu sagen, sind unsicher und trauen sich wenig zu. Sie lassen sich schnell ausgrenzen und stehen oft im Abseits. Ihr  Gegenteil – der „kleine Professor“ – verliert tatsächlich leicht das körperliche Gleichgewicht, weil er nicht mit beiden Beinen im Leben steht. Er scheint auch anfälliger für Krankheiten zu sein. Schon ein Windhauch wirft ihn um. Hier passt das Bild vom „kränkelnden Genie“.

Sie zeigen in der Regel gute schulische Leistungen, finden sich aber in ihrer Gefühlswelt nicht zurecht. Ihre Äußerungen wirken oft altklug, weil sie versuchen, die Welt wie Erwachsene zu deuten. Solche Kinder, bei denen das „Oben“, also der Verstand überwiegt, sehen ihre eigene Person häufig als unwesentlich für ihre Bedürfnisse an. Sie versuchen , ihr Verhalten rational zu begründen: „Es ist besser für mich, noch eine Stunde lesen zu üben, als draußen zu spielen.“  Sie übernehmen die Bewertungen aus der Erwachsenenwelt.

Ist die Oben-unten-Dimension längere Zeit blockiert, besteht die Gefahr, dass das Gehirn diese Verhaltensweisen als normal einstuft. Dies kann unter Umständen zu schweren körperlichen oder seelischen Störungen führen, da ja in beiden Fällen der Energiehaushalt des Gehirns und das Gefühlsleben nicht ausgewogen sind.

Übungen: Stresspunkte halten, Hook ups

Wichtig ist, dass man das Kind mit allen Stärken und Schwächen annimmt.

Kleine Tests und kleine Hilfen:

Wenn ein Kind Probleme im mathematischen Bereich hat, dann hat es auch Probleme, den Raum als solches zu erfassen. Es kann nur den Bereich wahrnehmen, der im Sehbereich liegt, das was außerhalb ist, kann es sich vor seinem inneren Auge auch nicht vorstellen.

Man stelle sich hinter das Kind in kurzem Abstand.  Das Kind soll sich nach hinten fallen lassen, nach ca. 10 cm hält man es mit den Händen. Nach und nach erweitert man den Abstand. Wenn das Kind beim Rückwärtsfallen (obwohl es SICHER aufgefangen wird) einen Ausfallschritt macht, hat es Probleme mit der Visualisierung des rückwärtigen Raums.

Auf einem Bein hüpfen lassen

Auf einem Baum balancieren

Einen Ball fangen lassen

Bei Kindern, die bevorzugt RECHTS denken, ist die vereinfachte Ausgangsschrift durch ihre eckige Form unglaublich schwer zu lernen.

Es gibt drei verschiedene Typen:  Augentyp, Hörtyp, Bewegungstyp.

Bewegungsfähigkeit ist gleich Denkfähigkeit.

Ursachen der Blockaden

 

 

Buch: Kinesiologie für Kinder – GU-Verlag ISBN-3-7742-3205-9

 

 

 

 

Ist das Gleichgewichtsorgan gestört durch Mittelohrentzündungen ist auch häufig das Lernen gestört. Durch Stress und Allergien kann auch das Gleichgewichtsorgan Störungen erleiden.

Ist die Rückenmuskulatur zu mangelhaft ausgebildet, entstehen auch Blockaden.

Selbststimulierung: Stuhlkippeln, immer in Bewegung sein = Hinweis auf Störung im räumlichen Denken.

Rollschuhlaufen wirkt sich positiv aus.

Habe ich ein Sehkind, ein Kind, welches seine Wahrnehmung hauptsächlich über das Auge ablaufen lässt, kann ich es mit einem bunten Ball stimulieren, ihm den Ball zuwerfen.

Beim HÖRTYP kann das HÖREN unter Stress eine Belastung sein.

Wenn Probleme im mathematischen Bereich sind, soll man sich vom Kind im Haushalt helfen lassen. Dadurch, dass es Dinge im wahrsten Sinne des Wortes ‚be-greift’ erfasst er auch besser die Räumlichkeit.  

Mehl oder ähnliche Dinge abwiegen lassen, damit die Kinder ein Gespür für Gewicht bekommen. Früher ging man mit der Milchkanne zum Bauern und lernte dadurch, wie viel Raum 1 Liter beansprucht, wie schwer er ist.

Viel Wasser trinken lassen – (eigene Anmerkung: Möglichst stilles Wasser z.B. Harzer Grauhof)

Schaukeln ist gut für das Gleichgewichtsorgan, gut für das Selbstbewusstsein. Auch das ‚Hängen-lassen’ an der Schaukel wirkt sich positiv aus.

Trampolin-Springen ist nicht nur gut für den Körper sondern gut für die Augenmuskeln, gut für die Konzentration.

Springen, Balancieren, Stelzen-Laufen, Rollschuhlaufen, Jonglieren.

Wenn das Kind in der Klasse ein Störenfried ist und eventuell laut dazwischenredet kann es durchaus auch sein, dass es ab einem bestimmten Dezibelbereich (laute Klasse) nichts mehr hört und wahrnimmt, so stark sind dann die Reize.

Konzentrations- und Merkhilfen:

Mit den Augen nach LINKS OBEN schauen lassen. Links oben befindet sich unser Erinnerungsspeicher

Nicht mehr als 5 Wörter am Tag üben

Nicht Mathematik und Deutsch am gleichen Tag üben

Blindschreiben auf dem anderen Arm (fördert die Überkreuzbewegung)

Ein X links oben auf die Mappe malen lassen.

Je nachdem, welcher Typ das Kind ist, wird zunächst bei der Therapie mit dem jeweiligen starken Kanal angefangen und dieser verstärkt. Es gibt selten reine ‚Typen’ häufiger ist ein Mischtyp z.B. jemand, der über das Gehör seine Informationen aufnimmt und einen Bewegungsdrang hat. Da ist es sinnvoll, den Lernstoff auf einer Kassette aufzunehmen und damit zu Laufen.

Hat ein Kind Probleme mit räumlichem Empfinden, dann hilft es, wenn es ‚über Tisch und Bänke geht’: über den Tisch, unter den Stuhl usw.  Wenn es sich beim dritten Mal wieder den Kopf angestoßen hat merkt es, dass z.B. sein Kopf nicht mit den Augen endet sondern noch was darüber ist. Stoffe spüren und fühlen lassen, alles, was das so genannte ‚be-greifen’ fördert.

Frau Kraska macht auch Einzeltherapien mit den Kindern. In der Regel braucht ein Kind nicht mehr als 3 – 4 Sitzungen um eine Lernblockade zu lösen, in einer Nachfrage bezüglich FAS-Kindern meinte sie, dass man sicher unterstützend wirken kann. Durch Kinesiologie kann kein gesundes Kind gemacht werden, aber die Verbindung der Hirnhälften kann verstärkt werden.

 

 

 

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info(at)faskinder.de

Stand: 08.07.08

Quellen:  FAS Parenting Children Affected by Fetal Alcohol Syndrome, A Guide for Daily Living 2nd Edition, Revised and edited by Sara Graefe, Society of Special Needs Adoptive Parents (SNAP und Fetal Alcohol Syndrome von Ann Streißguth;  Dr. Reinhold Feldmann, Uni Münster
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