FASworld
e.V.
Deutschland
Wir sind betroffene Eltern,
die mit alkoholgeschädigten Kindern leben. Wir sehen und erleben die
Probleme der Kinder, die zu unseren Problemen werden, weil wir ihnen
helfen wollen. Wir arbeiten mit Ärzten und Therapeuten weltweit
zusammen, um neue Erkenntnisse zu sammeln und in die Praxis umzusetzen.
Wir tauschen innerhalb unserer Selbsthilfegruppe unsere Erfahrungen in
einer bundesweiten Mailing-Liste aus und helfen uns gegenseitig in
Krisensituationen. Wir halten Vorträge, arbeiten mit den Guttemplern,
Pflege- und Adoptionsvereinen und Jugendämtern zusammen. Im September
veranstalten wir jedes Jahr auch ein Symposium zu diesem Thema in
Zusammenarbeit mit Professor Spohr und anderen fachkundigen Ärzten.
Ann Gibson, die
Gründerin von FASworld e.V Deutschland, berichtete 2002 in ihrem Vorwort zum
FAS-Tag in Berlin, wie es überhaupt zu der weltweiten
Kooperation von FASworld kam:
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FASworld
„Dass FASworld in weniger
als 4 Jahren soviel Aufmerksamkeit bekommen hat, habe ich zunächst drei
sehr besonderen Männern zu verdanken: Der erste der uns unterstützte,
war Professor Dr. med. H. Löser aus Münster, er ist leider wegen
Krankheit nun im Ruhestand.
Der zweite ist
Professor Dr.
med. H.-L. Spohr, der uns hier regelrecht unter die Arme gegriffen hat
und unsere Idee für das Symposium bedingungslos unterstützt hat. Als
drittem möchte ich mich bei meinem eigenen Mann bedanken, ohne den ich
gar nicht so viel Zeit in meine FASworld-Arbeit stecken könnte.
Auf der ganzen Welt gibt es das gleiche Problem: Kinder mit FASD werden
in Pflege- oder Adoptivfamilien vermittelt, ohne dass die Eltern darauf
aufmerksam gemacht werden, dass es dieses Spektrum der Schädigungen
durch Alkohol gibt. Viele Ärzte haben Angst, eine Frau, die übermäßig
trinkt, darauf anzusprechen, auch wenn diese Mutter später selber danach
fragt, was mit ihrem Kind ist.
Viele dieser Eltern suchen jahrelang nach der Ursache, warum ihre bisher
erfolgreichen Erziehungsmethoden bei diesem Kind nichts bewirken. Sie
geben sich nicht nur selber die Schuld, sondern werden oft von
Sozialarbeitern, Lehrern, Freunden und Verwandten als erziehungsunfähig
abgestempelt. Erst, wenn sie etwas über FASD erfahren, sind sie in der
Lage, ihre Kinder besser zu verstehen und zu erziehen. Aus diesem Grund
wurde FASworld gegründet. Nicht nur, um Eltern - ob leibliche, Pflege-
oder Adoptiveltern - zu helfen und sie zu unterstützen, sondern auch,
um unsere Gesellschaft auf FASD aufmerksam zu machen.
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Als Einführung möchte ich
Ihnen erzählen, was FASD ist, wie es zum FAS-Tag im Jahr 1999 kam - und
ich erzähle wie alle, die heute hier sitzen, an einer weltweiten
Bewegung teilnehmen. Es gibt schon lange eine englischsprachige
Selbsthilfegruppe im Internet, die FASlink heißt. Anfang 1999 hatte eine
von uns die Idee, eine weltweite Initiative ins Leben zu rufen, um die
ganze Welt auf FASD aufmerksam zu machen, in der Hoffnung, die
Statistiken von FASD zu senken und mehr Verständnis für unsere Kinder zu
gewinnen....
"Ich habe gehört, dass die
Schwingungen eines Schmetterlings in Peru
einen Sturm in Texas auslösen können"
Dies ist ein Zitat der
kanadisch/australischen Autorin Janette Turner Hospital. Zwischen
Februar 1999 und dem ersten internationalen FAS-Tag am 09.09.99 hat eine
kleine gebeutelte Gruppe von Schmetterlingen in acht Ländern bewiesen,
dass diese Aussage wahr ist.
Adoptiv/Pflege- und leibliche
Eltern von Kindern mit FASD, sowie eine handvoll leidenschaftlicher
Fachleute arbeiteten in den Monaten zusammen und bereiteten sich für die
magische Minute 9.09 Uhr am 09.09.99 vor. Diese Eltern fühlten sich
ausgebrannt durch die häufigen Krisen ihrer Kinder, den häufigen
Besprechungen in der Schule, andauernden Arzt-, Psychologen - und
Psychiaterbesuchen.
Plötzlich hatten sie die
Energie, Politiker anzuschreiben, damit diese städtische und staatliche
Proklamationen zum FAS-Tag veröffentlichen. Sie telefonierten, sie
schrieben die Medien an, sie organisierten Veranstaltungen, sie
schafften es, dass die Glocken, Carillons und Windspiele klingelten und
trugen unser Symbol, den FAS-Knoten, in die ganze Welt. Sie
kommunizierten per Mail, Telefon und Fax und motivierten sich ständig
gegenseitig. 13 Staaten der U.S.A. und Kanada und 35 Städte haben für
diesen Tag eine "Öffentliche Proklamation" abgegeben. In Südafrika haben
Nelson Mandela und die drei größten Kirchenverbände ihre Unterstützung
für diesen Tag zugesagt. Hier in Deutschland wurden tagsüber in Berlin,
Hamburg, Flensburg und Kiel Informationsstände aufgebaut.
Zusätzlich fand abends in
Kiel eine öffentliche Veranstaltung mit Prof. Dr. med. Hermann Löser,
Universitätskinderklinik Münster, statt. Zum Sonnenuntergang am 09.09.99
entsprach die Liste der weltweiten Medienerscheinungen, der einer 1-
Million-Dollar-PR-Kampagne. Wir verursachten kleine aber wichtige
Veränderungen in der ganzen Welt.
Margaret Mead sagte bereits:
"Unterschätze nie, was eine kleine Gruppe engagierter Menschen tun kann,
um die Welt zu verändern. Tatsächlich ist das das einzige, was je etwas
bewirkt hat"
Wir verursachten kleine, aber
wichtige Veränderungen in der ganzen Welt. Heute gehören 16 Länder
FASworld an, von Neuseeland bis Polen. Jedes Land hat eine
Koordinatorin. In den USA gibt es mehrere, die über die verschiedenen
Staaten verteilt sind. Es wird auch über dieses Wochenende und morgen –
am eigentlichen FAS-Tag - weltweit verschiedene Veranstaltungen geben.
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Ziele von FASworld
e.V. Deutschland:
-
Aufklärung der Öffentlichkeit über die Auswirkungen von Alkohol
in der Schwangerschaft
-
Zusammenarbeit mit Ärzten, Psychologen und Therapeuten aus aller
Welt zum Thema FASD.
-
Zusammenfassung der Forschungsergebnisse
-
Hilfe und Beratung für Betroffene in einer
ONLINE-Selbsthilfegruppe
-
Krisenintervention
-
Vorträge über FASD
-
Fortbildungen
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Unsere Aktivitäten:
-
Presseinterviews z.B. mit der Zeitschrift ‚Laura’, und ‚Baby’,
-
Posterwettbewerb 2001
-
Sponsoring des Reiter-Wanderpokal namens „FAS Pokal“
-
Herstellung einer CD-Rom mit vielen Informationen zu FAS
-
Eingabe einer Petition an das Europäische Parlament bezüglich
Warnungen auf alkoholischen Getränken
-
Zusammenarbeit mit Guttempler Deutschland
-
FASworld Deutschland Mitglieder wurden von Stern TV gefilmt.
Gesendet wurde am 30. Januar 2002
-
Teilnahme an der FAS Konferenz in Bristol
-
FAS-Symposium 2002 und 2003 in Berlin in Zusammenarbeit mit
Professor Dr. med. H.-L. Spohr und Professor Dr. med. Hermann Löser
-
FASworld Deutschland veranstaltete 2003, 2004 und 2005
Familienfreizeiten für Eltern und Kinder in Hilchenbach (NRW) und
Braunlage/Harz (Niedersachsen) und auf der Wasserkuppe (Hessen).
FASworld UK`s, FASworld Irlands und FAS Luxemburgs Koordinatorinnen
nahmen an einigen Treffen auch teil.
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Wir von FASworld
e.V. fordern:
-
Mehr Aufklärung unter Pflege- und Adoptionsvermittlern.
-
Eine Aufklärungskampagne seitens der Regierung – so wie die, die
es vor Jahren über das Rauchen gab und die sehr erfolgreich war.
-
Warnhinweise auf Flaschen mit alkoholischen Getränken
-
Frauenärzte, die jede Schwangere auf die Gefahren von Alkohol in
der Schwangerschaft aufmerksam machen.
-
Dass kein Kind in Pflege- oder Adoptivfamilien vermittelt wird,
ohne vorher zu untersuchen, ob es sich um ein Kind mit FAS oder FAE
handelt - und das ist sehr wichtig: wenn ja =>
-
den zukünftigen Eltern genügend Information darüber zu geben.
Ich hoffe, dass Sie viele
neue Erkenntnisse durch diese Broschüre gewinnen und, was mir am
wichtigsten ist, dass jeder Einzelne von Ihnen das weitergibt, um
hoffentlich die Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft zu reduzieren
und auch, um mehr Verständnis für die Kinder zu gewinnen.
Ann Gibson *, Berlin 2002,
Koordinatorin FASworld
Deutschland
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Irm Wills
Der Verein Fasworld Deutschland e.V.*
stellt sich vor:
v
Wir sind ein Zusammenschluss von Adoptiveltern,
Pflegeeltern, leiblichen Eltern und anderen an FAS/FAE interessierten
und von FAS/FAE betroffenen Menschen.
v
Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, über FAS/FAE
aufzuklären und Kontakte zu knüpfen.
v
Mit unserer Aufklärungsarbeit wenden wir uns an die
Industrie, an die Schulen, an Sozial- und Gesundheitseinrichtungen, an
Familien...
v
Wir organisieren Fachtagungen und Seminare
v
Wir besuchen Fachtagungen; tragen Informationsmaterial aus
aller Welt zusammen, übersetzen Veröffentlichungen und geben unser
Wissen weiter...
v
Wir veranstalten Familienfreizeiten, organisieren
Regionaltreffen und unterhalten ein Netzwerk.
v
Für unser Spendenkonto bemühen wir uns um Sponsoren
Unterstützen Sie unsere
Arbeit, werden Sie Mitglied von FASworld
v
Wir möchten Sie als Mitglied gewinnen, denn mit Ihrer
Mitgliedschaft tragen Sie dazu bei, dass immer mehr Eltern und Kindern,
die täglich mit FAS/FAE leben, geholfen werden kann... das
Anmeldeformular finden Sie auf der Vereinsseite
http://www.fasworld-ev.de
v
Immer häufiger erhalten wir Rückmeldungen von Menschen,
die uns überaus dankbar dafür sind, endlich Informationen über FAS/FAE
zu bekommen und nun lernen, das Kind, das sie betreuen, besser zu
verstehen und jetzt entspannter mit ihm umgehen können. Die
Auffälligkeiten haben nun einen Namen.
v
Und warum tun wir das alles? Wir setzen uns für die
Belange dieser kranken Kinder ein, denn sie können ihre Stimme nicht
benutzen, um auf sich aufmerksam zu machen. Aus diesem Grund müssen wir
die Stimme sein, die für Verständnis unserer Kinder wirbt. Wir müssen
dafür arbeiten, dass das Bewusstsein der Bevölkerung für die Gefahren
von Alkohol in der Schwangerschaft geschärft wird. Helfen Sie uns
dabei?