FASD => Fetal Alkohol Spectrum Disorder umfasst als Oberbegriff alle Einzeldiagnosen für Menschen mit einer Alkoholschädigung während der Schwangerschaft.
Begriffe
| A.R.B.D |
Alcohol Related Birth Defects |
| A.R.N.D |
Alcohol Related Neurodevelopment Disorder |
| Alkohol | Alkohol ist eine chemische Stoffklasse. Unter Alkohol wird im allgemeinen Äthanol, also der für den Menschen geniessbare Alkohol verstanden. Er entsteht durch Vergärung von Zucker und wird mit alkoholhaltigen Getränken aufgenommen. In der Leber wird er dem Stoffwechsel zugeführt. Alkohol enthält einen Nährwert von 29,8 kJ ( » 7,1 kcal) pro Gramm. Durch Alkohol steigt der Blutdruck an, die Blutgefässe der Körperenden wie Finger, Nase usw. weiten sich (Schnapsnase), die Atmung ist gesteigert. Weiterhin wirkt Alkohol harntreibend, senkt den Blutzuckerspiegel und die Leistungsfähigkeit der Muskulatur. Die sexuellen Bedürfnisse sind verstärkt, mit steigendem Alkoholgehalt des Blutes nimmt jedoch die Vollzugsfähigkeit ab. Mit Arzneimitteln tritt Alkohol oft in eine Wechselwirkung, die mit Wirkungsverstärkung einhergeht und deren Folgen nur teilweise voraussehbar sind. Auf das Gehirn wirkt Alkohol in kleinen Dosen zunächst enthemmend, dann dämpfend bis hin zu Bewusstlosigkeit und Tod bei höheren Dosen. Der Missbrauch von Alkohol führt zum Alkoholismus. Normalerweise enthält das Blut 0,03 Promille Alkohol. Bei der Schwangeren dringt Alkohol durch den Mutterkuchen zur Frucht durch und ist bei der Stillenden in der Muttermilch zu finden. |
| Alkoholembryopathie |
Alkoholembryopathie bedeutet, eine Schädigung des Kindes durch Alkoholkonsum der Mutter innerhalb der Embryonalzeit. Da auch innerhalb der Fetalzeit Schäden entstehen können, ist dieser Begriff irreführend. Auch "Fetales Alkoholsyndrom" drückt nicht 100% genau den Zeitpunkt der Schädigung aus. Gänzlich korrekt wäre die Bezeichnung: Alkoholembryofetopathie. Zitat Pschyrembel: Alkoholembryopathie: (laut Pschyrembel) Alkoholembryopathie; Embryofetopathie alcoholica; durch Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft hervorgerufene pränatale Erkrankung der Frucht mit intrauteriner und postnataler Wachstumsretardierung, Mikrozephalie, statomotor. u. geistiger Retardierung sowie kraniofazialer Dysmorphie; häufig auch angeb. Herzfehler, Gelenkanomalien, Genitalanomalien u. a. Fehlbildungen an Skelett u. inneren Organen: geschätzte Häufigkeit 1-3: 1000 Neugeborene. |
| Alkoholismus |
Alkoholismus ist die nach häufigem
Alkoholmissbrauch auftretende psychische und physische Abhängigkeit, die
durch zunehmenden Verfall des Alkoholikers gekennzeichnet ist. Nach
Definition der WHO besteht Alkoholismus bei Menschen, die grosse Mengen
AIkohol länger als ein Jahr konsumieren, die Kontrolle über das Trinken
verloren haben und körperlich, psychisch und in ihrer sozialen Stellung
gelitten haben. Neben dem Selbstwertverlust und der eingeschränkten
Arbeits- und Sozialfähigkeit des Alkoholkranken, wodurch der
Alkoholismus meist im Sinne eines Teufelskreises bestärkt wird, kommt es
zu einer Reihe schwerwiegender körperlicher Schädigungen. Dazu gehören
Nervenentzündung, Schlaflosigkeit, Sinnestäuschungen, Störungen der
Merkfähigkeit, chronische Entzündungen des Magen-Darm-Traktes,
Hautveränderungen und vor allem Leberschäden. Diese führen über die
Fettleber und Schrumpfleber bis hin zum völligen Erliegen der
Lebertätigkeit und damit zum Tode. Die Behandlung des Alkoholismus
besteht vor allem in Alkoholabstinenz und der medikamentösen Behandlung
der körperlichen Schäden. Die Alkoholabstinenz jedoch wird kaum von
einem Alkoholiker allein geschafft, daher finden sie sich in
therapeutischen Gruppen, besonders in psychiatrischen Kliniken und
darüber hinaus in Gruppen öffentlicher Verbände und besonders der der
"Anonymen Alkoholiker" zusammen. In Deutschland hat sich der Alkoholverbrauch seit 1950 etwa vervierfacht. Heute – mit einem durchschnittlichen Alkoholkonsum von ca. 10 Litern reinem Alkohol je Einwohner und Jahr belegt Deutschland im internationalen Vergleich einen der vorderen Plätze. Beim Bier-Verbrauch werden die Deutschen beispielsweise nur noch von den Tschechen „geschlagen". Die Folge: Etwa 2,5 Millionen Bundesbürger sind alkoholkrank – die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen. Laut einer Studie von 1998 hat nahezu jeder Siebte Alkoholprobleme. Noch sind es mehrheitlich Männer, die von der Krankheit betroffen sind. In den letzten Jahren ist jedoch der Frauenanteil von 10% auf rund 30% angestiegen. Nach wie vor stellt die Alkoholabhängigkeit die bei weitem häufigste Suchterkrankung in Deutschland dar. |
| Alkoholvergiftung | Eine Alkoholvergiftung tritt bei einem Blutalkoholspiegel von etwa 1,4 Promille ein, schneller bei einer Unverträglichkeit, z. B. nach Hirnverletzungen. Die Vergiftung äussert sich in starker Erregung, Bewusstseinseintrübung und ungesteuerter Triebentladung. Diese Zustände können Minuten bis Stunden dauern und sind in ihren Auswirkungen von der Persönlichkeitsstruktur abhängig. Besondere Gefahren ergeben sich aus der gleichzeitigen Einnahme von Alkohol und Arzneimitteln, besonders Schlafmitteln. Hier besteht die Gefahr von Atemstillstand und Herz-Kreislaufversagen. Die Alkoholvergiftung muss wie jede andere Vergiftung durch einen Arzt behandelt werden. |
| Dendrit, Dendritenstruktur | Dendrit => kurzer Fortsatz einer Nervenzelle; ein Neuron (Nervenzelle) hat 1-12 Dendriten. Dem Aufbau nach stehen die D. dem Zellkörper (Soma) näher als der Neurit. |
| Dendritische Spin | |
| Deprivation | Ausdruck für "Mangel oder Entbehrung". unzureichende oder fehlende körperliche bzw. affektive Zuwendung, die v.a. in den ersten Lebensjahren zu Depression und Retardierung (insbesonder der Sprachentwicklung und des psychosozialen Verhaltens oder zu psychischem Hospitalismus führen kann. Die sog. Deprivationstrias besteht aus Angst, Aggressivität u. Kontaktschwäche. Urs.: Isolation von der Bezugsperson, mangelnde Pflege od. Vernachlässigung (sog. passive Kindesmißhandlung) |
| Deprivation, Sensorische | das langzeitige Fernhalten aller Sinneseindrücke z.B. durch extreme Isolierung; es bewirkt beim Menschen ein intensiv gesteigertes Verlangen nach Sinneseindrücken u. nach Körperbewegung, eine starke Suggestibilität, Denkstörungen, Konzentrationsschwäche, depressive Stimmung, evtl. auch Halluzinationen (wie bei extremer sozialer Isolierung). |
| Deprivationssyndrom, Emotionales | leiblich-seelischer Entwicklungsrückstand bei einem seiner Mutter bzw. einer Mutterperson „beraubten“ Kind. |
| Dopamin |
Dopamin ist ein Neurotransmitter des vegetativen Nervensystemes. Es wird für eine Vielzahl von lebensnotwendigen Steuerungs- und Regelungsvorgängen benötigt. Das Dopamin steuert beispielsweise die extrapyramidale Motorik. Es besteht daher ein Zusammenhang mit der Parkinsonschen Erkrankung. Dopamin steht ebenfalls im Zusammenhang mit den neurobiologischen Aspekten von Psychosen und verschiedenen Störungen. Auch bei der Regelung der Durchblutung der Bauchorgane, speziell der Nieren ist Dopamin beteiligt. Ferner wird ihm eine wichtige Rolle bei Suchterkrankungen zugeschrieben. Beim Gebrauch von verschiedenen Rauschdrogen kommt es zur Ausschüttung von Endorphinen, Dopamin, Serotonin und Gamma-Aminobuttersäure. Dadurch werden zunächst euphorische Zustände ausgelöst; das dopaminerge System wirkt als Bote für die Auslösung der Entzugssyndrome. aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Dopamin |
| Dysmorphie | Dysmorphie => Fehlbildung in der Gestalt und dem Aufbau eines Körperteils |
| Dystroph | untergewichtig, schmächtig, zu klein |
| Embryopathien | Embryopathien ist der Oberbegriff für alle erworbenen Erkrankungen und Missbildungen des Embryos. Embryopathien können z. B. durch Röteln der Mutter, Zuckerkrankheit oder radioaktive Strahlung ausgelöst werden. |
| Epicanthus | Lidfalte am Innenwinkel der Augen. Sogenannte Mongolenfalte. Diese Lidfalte kann zwischen dem 16. und 20. Tag der Schwangerschaft entstehen, wenn in dieser Zeit Alkohol konsumiert wird. |
| FAE | Fetale Alkoholeffekte |
| FAS 1 | Fetal Alkohol Syndrom 1 - Fetales Alkoholsyndrom ==> siehe FAS |
| FAS 2 | Fetal Alkohol Syndrom 2 - Fetales Alkoholsyndrom ohne gesicherten Alkonsum der Mutter |
| FASD | Fetal Alcohol Spectrum Disorder Spektrum der Alkoholbedingten Störungen |
| FASD - TAG - |
FASD Tag - Tag des alkoholgeschädigten
Kindes: 1999 hat FASworld den 9.9. als Tag des alkoholgeschädigten Kindes ausgerufen. Bezugnehmend auf die 9-monatige Schwangerschaft, soll dieser Tag an die Kinder erinnern, die in dieser Zeit Schaden erlitten haben. Der FASD-Tag wird in 18 Ländern weltweit begangen, um auf die Probleme der Betroffenen aufmerksam zu machen. |
| F.B.H. | Fluoreszierendes Blaues Haar |
| Feinmotorische Dysfunktion | |
| Inzidenz | Häufigkeit |
| Kardiovaskulär | Herz und Kreislauf betreffend |
| kognitiv | das Erkennen (Wahrnehmen, Denken) betreffend; erkenntnismäßig. |
| Konfabulationen |
Konfabulation oder
konfabulieren ist eine Variation der Unwahrheit ohne bewußte
Absicht mit fester und anhaltender Überzeugung, daß keine
Erinnerungslücken vorliegen und die Geschichte (fabula) so stimmt,
während sie tatsächlich nachträglich "hinzugedichtet" wurde, um die
Erinnerungslücke zu schließen. Während ein Symptomträger der Pseudologia phantastica nur im "Augenblick" der Erzählung von der Wahrheit und Richtigkeit überzeugt ist, bleibt der Konfabulierende bei seiner Geschichte. Konfabulationen dürfte es vielfach auch bei Gesunden geben. Besondere Aufmerksamkeit hat sie bei organisch bedingten (Abbau) Prozessen bekommen, z.B. beim amnestischen Korsakow-Syndrom. Eine besondere Rolle spielen Konfabulationen auch im Bereich der forensischen Psychologie und Psychopathologie, besonders bei der Psychologie der Aussage oder der Aussagepsychologie, was dort zu der auch 2004 noch anhaltenden Kontroverse um das sog. False-Memory-Syndrom führte |
| Korsakow Syndrom | Bei dauerhaftem Alkoholismus kommt es zum Absterben ganzer Hirnregionen. Charakteristisch sind drei Symptome: (1) Verlust des Kurzzeitgedächtnisses. Betroffene Patienten können sich keine neuen Informationen mehr merken, sie vergessen alles. Hingegen ist das Altgedächtnis weniger stark betroffen. (2) Desorientiertheit und (3) Konfabulation: Verloren gegangene Erinnerungen werden durch frei assoziierte und erfundene sprachliche Produktionen ersetzt. |
| Kraniofaziale Dysmorphie | Veränderungen und Anomalien die Kopf und Gesicht betreffen |
| Malformationen | Missbildungen |
| Maxilla | Oberkiefer |
| Mentale Retardierung | verzögerte geistige Entwicklung - bis hin zur Intelligenzminderung |
| Mikrozephalus | zu kleiner Kopf |
| Minderwuchs | hyposomia; krankhafte Verminderung des Längenwachstums. !. Kleinwuchs: die Körperlänge unterschreitet das 10. Perzentil der Wachstumskurve für das entspr. Alter (Endgröße bei männl. Individuen nicht über 150 cm, bei weibl. nicht über 140 cm) Ursachen u.a. Mangelernährung, psychosozialer Minderwuchs, Stoffwechselstörung, Nierenfehlbildung, Malabsorption, Zöliakie, angeborene Herzfehler mit Zyanose, Skeletterkrankungen, Seckel-Syndrom, konstitutionelle Entwicklungsstörung, familiärer Minderwuchs, Alkoholexposition |
| Mitose |
Mitose => Zell- und Kernteilung: Unter dem Begriff der Mitose versteht man einen Vorgang der Kern- und Zellteilung, der zur Bildung von Tochterzellen mit identischen Chromosomenzahlen und damit identischer genetischer Information wie die der Elternzelle führt. |
| Muskelhypotonie | angeborene oder erworbene – auf erhöhtem Membranpotential der Muskelzelle beruhende – Verminderung des Muskeltonus. Bei Erkrankungen des Nervensystems, z.B. des Kleinhirns (z.B. Louis-Bar-Syndrom), der Hinterstränge (z.B. Dana-Syndrom), der Vorderhörner (Myatonia congenita Oppenheim) oder der peripheren Nerven (z.B. bei Ischiassyndrom), bei Mesenchymschwäche (Stiller-Syndrom), endokrin, bei Elektrolyt- oder Stoffwechselstörung. |
| Neuroblasten | Neuroblasen => nicht ausgereifte Nervenzellen |
| Neuronale Vernetzung | Unser Gehirn arbeitet nach dem Prinzip der neuronalen Vernetzung. Eindrücke, Bilder, Informationen werden aufgenommen und weiterverarbeitet. Entweder werden neue Strukturen ausgebildet oder die eingehenden Impulse werden mit bereits vorhandenen Strukturen vernetzt. Die Häufung ähnlicher Wahrnehmungsmuster führt zu einer Erweiterung des entsprechenden Areals, da das Gehirn die Informationen durch die kontinuierliche Beschäftigung damit für bedeutsam hält. |
| neuropsychologisch | mit Zusammenhängen zwischen psych. Phänomenen u. anatomischen, physiologischen etc. Erkenntnissen befasstes Teilgebiet der Neurologie. |
| Neurotransmitter | Überträgerstoff von Informationen an chemischen Synapsen |
| Organogenese | Zeit der Organbildung während der Schwangerschaft |
| pathogen | Eine Krankheit verursachend |
| P.F.A.S | Partial Fetal Alkohol Syndrom - ==> Fetale Alkoholeffekte |
| PDA | Technisches Gerät zum Abspeichern von Daten (Palm Pilot) |
| Philtrum | Mittelrinne zwischen Nase und Oberlippe |
| Plazentaschranke | Die Plazentaschranke trennt den Blutkreislauf der Mutter von dem des Kindes. Es gibt Stoffe, die es vom Kind zurückhält. Andere Stoffe hingegen lässt es diese durch |
| Retardierung | Die im Vergleich zum jeweiligen Lebensalter bestehende Verzögerung der körperlichen und/oder intellektuellen Entwicklung als Reifungsverzögerung oder -hemmung; z. B. infolge frühkindlicher Hirnschädigung, bei Kretinismus. |
| Signifikanz | Bedeutung - Anschaulichkeit |
| Synapsen | Synapsen => Verbindungsstellen zwischen den einzelnen Nervenzellen. Die Verbindungen werden durch Bottenstoffe hergestellt. |
| Teratogen |
(aus dem griechischen): Missbildungen
verursachend. Teratogen ist die Fähigkeit eines Stoffes bei Ei- und/oder Spermienzellen Veränderungen zu erzeugen, die zu Miss- bzw. Fehlbildungen führen können. |
| Teratogene Noxen | Gift, welches während der Schwangerschaft Missbildung bzw. Schädigungen erzeugt |
| Urogenital | Harn- und Geschlechtsorgane betreffend. |
| ZNS | Zentrales Nervensystem. Dazu gehören sowohl das Gehirn, als auch die Nervenstränge im Rückenmark. |
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